Hallo liebe Leute,
Auch ich habe es jetzt gewagt einen Blog zu erstellen und werde in Zukunft in mehr oder weniger regelmässigen Abständen meinen Gedankenmüll zum Besten geben. Es steht noch kein Konzept und kein Leitfaden dieses Blogs. Vielleicht wird dieser mit der Zeit entstehen, aber vor allem werden die Posts von meinem eigenen Interesse geprägt sein. Somit kann das manchmal ganz bunt durcheinander sein oder halt öde eintönig. Mal sehen...Wir lassen uns überraschen. Ich mich auch. Vor allem bin ich gespannt in wie weit ich dieses Projekt vervollständigen und durchziehen werde. Ich muss jetzt irgendwie an meine Tagebücher denken. Die man in meinem Fall wohl eher in "Monatebücher" umtaufen sollte. Die Disziplin der Regelmäßigkeit besitze ich (noch) nicht.
Der Titel des Blogs "Ni Vue Ni Connue" habe ich bewusst gewählt. "Ni Vue Ni Connue" ist französisch und bedeutet : weder gesehen noch gekannt. Was sagt das den nun aus, vor allem über mich (??), dass ich diesen Titel ausgewählt habe...?
In den wenigen Blogs die ich verfolge, wurde die Thematik der "Persönlichkeit beim Bloggen, resp. Schreiben" stark diskutiert und einige interessante Meinungen zum Ausdruck gebracht. Vor allem ging es um zwei Fragen: Wo wird oder soll die Grenze gesetzt werden? Und warum überhaupt "persönlich" schreiben?
Erstens denke ich, dass diese Fragen immer eine rein subjektive Antwort benötigen. (Zieht das Wort an sich nicht schon die Konnotation von Subjektivität mit sich??)
Die Grenzen werden vom Verfasser selbst gesetzt, darin besteht seine Freiheit. Das kann im Falle einer stark begrenzte Bloglandschaft (bezogen auf "Persönlichkeit") für den Einen, die Eine äußerst uninteressant erscheinen. Hingegen kann die weite Sicht auf eine Bloglandschaft ohne sichtbares Zäunchen für manch Andere sehr beängstigend und irritierend wirken. Natürlich ist auch das Gegenteil der Fall: viel Gesabber beim Anblick einer grossen, grünen Wiese; oder das Gefühl sich entspannen und zurücklehnen zu können in der Anspruchslosigkeit eines Schrebergartens.
Meine werte Kollegin, die Grinsekatze, von der ich eine treue Leserin bin, bedauert es sehr, dass nicht mehr Menschen persönlichER schreiben. Da, ihrer Meinung nach, darin schliesslich die Würze liegt. Und die Würze macht es im Endeffekt ja trotzdem aus, nicht?
In jeder Pizzeria kann man sich eine Pizza Magherita bestellen. Trotzdem schmecken die nicht alle gleich...
Diesen Kritikpunkt verstehe ich ganz gut. Der Blick sucht das Besondere, fern jeder Allgemeinheit. Jedoch bewegen wir uns dann wieder im Feld des Geschmackes, und über Geschmack lässt sich ja bekanntlicherweise streiten.
Ich möchte hier sowieso kein Plädoyer für oder gegen persönliches Schreiben machen, vor allem da die Definition dieses Wortes für mich sehr im Feld der Subjektivität herumgrast und somit auch keine Allgemeingültigkeit benötigt. Meiner Meinung nach ;)
Trotzdem, oder gerade deswegen, möchte ich darauf aufmerksam machen, dass das Schreiben an sich, das Bloggen an sich eine persönliche Tätigkeit ist. Schließlich geht es dabei nicht nur darum WIE man schreibt, sondern auch über WAS man schreibt, und dass man überhaupt schreibt. Egal ob man nun den Leser tief in die Abgründe seiner Persönlichkeit mit hinunterzieht, oder an der Oberfläche mit sich trägt, beides zeigt etwas von dem Menschen der geschrieben hat auf.
Anders formuliert, wird nicht schon ein Teil Persönlichkeit des Schreibers dadurch aufgezeigt, dass auf Persönlichkeit verzichtet wird? Und umgekehrt?
Ich denke schon.
Man könnte der ganzen Diskussion eigentlich einen passenderen Untertitel verpassen: Wie lässt der Schreiber Interesse entstehen? Denn darauf möchten ja auch einige aufmerksam machen, nämlich, dass manchmal einfach kein Interesse beim Lesen entsteht (vor allem für den Menschen hinter den Zeilen).
Und ob das Interesse nun durch das persönliche Gedankengut des Schreibers, durch seine bewusste Distanziertheit zu sich selbst und die alleinige Konzentration auf das Thema, oder durch lyrische Schönheit geweckt wird, dies zu ermitteln und zu bewerten wird die Aufgabe des Lesers, resp. Nicht-Lesers sein.
In diesem Fall, und durch das oben geschriebene, ist das Augenmerk eher auf den Leser als auf den Schreiber gerichtet. Er ist es der seine Wahl trifft. Eine äusserst eigennützige Wahl, da es seine freiwillige Wahl ist. Ob er überhaupt liest, ob er das "Ganze" liest, und ob er andere Texte des gleichen Autors liest.
Die Wahl des Schreibers wie er sich über was auslassen möchte und die Wahl des Lesers ob, wie und welche Texte er liest stehen sich entgegen. Und daran wird der Interessenquotient gemessen. An dieser Gegenüberstellung.
Vielleicht.
Auf jeden Fall, was ich eigentlich sagen wollte, ist, dass das Persönliche eines jeden Menschen so komplex ist, dass es mir manchmal (eher öfters) graut Persönliches von mir preiszugeben, da mir die Blicke, die Kritik, die Einfältigkeit der Bewerter Angst machen. Da, egal wie nackt ich mich präsentieren werde, sie niemals mein Innerstes erfassen werden, mich somit niemals bewerten könnten und dürften und trotz allem tun... weil es Menschen sind. Und dort wo Menschen sind dort menschelt es eben...
Und unter anderem deshalb: ni vue, ni connue...
Hier muss ich nun noch ein Zitat eines deutschen Dichters der Gegenwart einbringen, nämlich von Samy Deluxe:
"Es sind meine Gedanken. Macht es Sinn, dass DU sie bewertest?"
(Das hat er aber vor allem im Hinblick auf das Schulwesen gemeint...aber egal)
Danke fürs Lesen...
Mittwoch, 28. April 2010
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